RESPEKT!

16.30 Uhr mitten in der Woche. Wir sind verabredet, meine Tochter und ich. Mit Kindern und Müttern. Mit Freunden. Die Sonne hat sich durch die Wolken geschoben und trotz der Kälte ist es schön draußen, zu sein. Das finden nicht nur wir. Klettergerüste, Schaukeln und die Rutsche sind fast dauerbelegt und auf den hinteren Bänken hören ein paar Jugendliche laut Musik. Deutsche Musik. Rap. Die Texte sind gewöhnungsbedürftig und ich bin froh, dass meine 2jährige diese nicht versteht.

Ich sage nichts dazu, bitte die Gruppe aus circa vier 16 bis 18jährigen nicht, die Lautstärke zu regeln, sondern hoffe irgendwie, dass sie von selbst merken, wie wenig diese Musik zu dem Ort passt. Und irgendwann höre ich ganz weg und konzentriere mich auf den sonnigen Nachmittag mit meiner Tochter und Freunden. Bis einer rülpst. Laut. Und natürlich schaue ich reflexartig auf. Der Längste der Teenager wirft im selben Moment seine Bierflasche im hohen Bogen in das Gebüsch hinter ihm. Das stößt mir auf. Zu lange schon. Zu oft habe ich kaputte Flaschen von Spielplätzen und Wiesen geräumt, damit sich weder Kinder noch Hunde verletzen. Zu oft habe ich Scherben aus dem Sand gefischt und den Müll anderer beseitigt. Mir reichte es. Und das sagte ich ihm geradewegs ins Gesicht. Ob ihm die Mutti nicht ein wenig Anstand beigebracht hätte? Und dass er die Flasche wieder aus dem Gebüsch angeln solle, schließlich spielen hier Kinder.

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Auf Augenhöhe.

Donald Trump ist der 45. Präsident der USA. Ein Mann der Nationalstolz brüllt und die Würde der Frauen mit Füßen tritt, der durch die Reihen schreitet und diese dabei spaltet. Wie kann ein Mensch, der ‚America first‘ propagiert ein Land zum Leuchten bringen wollen, wenn er das Licht der Nicht-Amerikaner dabei unter den Scheffel stellt? Und darf man einem Mr. Trump Populismus vorwerfen? Darf ich schon heute über einen Mann urteilen, der gerade zwei Tage als Präsident eines der größten Länder der Welt regiert?

Als Frau kann ich dieses Wahlergebnis nicht nachvollziehen. Gleichwenig, wie ich die Popularität der AfD in Deutschland begreife. In meinen Augen ist das ein Rückschritt in der Entwicklung der Menschheit. Denn alles was in den letzten über einhundert Jahren von starken Persönlichkeiten und Menschenrechtlern aufgebaut wurde, die ganze Ideologie von der Gleichstellung der Menschen, verliert seinen Wert zwischen falschem Nationalstolz und der Sehnsucht Einzelner nach den „guten alten Werten“.

Ich erinnere mich an ein Gespräch vor einiger Zeit mit einer Bekannten. Wir unterhielten uns über die Rolle der Frau in unserer jetzigen Gesellschaft. Sie forderte mich mit der Frage heraus, wie mein Leben aussehen würde, wenn mein Partner genug Geld für uns beide mit nach Hause bringen würde. Ich bat sie, ihre Frage zu konkretisieren.

„Würdest du noch arbeiten gehen, wenn dein Partner euch mit seinem Gehalt komplett absichern könnte?“
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