Tausche Playstation 3 gegen ein paar Schuhe. Nur ehrlich gemeinte Angebote.

Ich bin sehr gut im Ausmisten. Mein Freund dagegen sehr gut darin, Dinge behalten zu wollen. Weil man diese sicher wieder einmal verwenden könnte. Weil diese Geld gekostet haben. Wir entrümpeln gerade unsere Küche. Ich beäuge ihn misstrauisch, als ich eine angeschlagene Kaffeetasse in die Box mit der Aufschrift Müll stelle.

„Warte!“, ruft er und ich zucke zusammen „Ich frage meine Oma ob sie die Tasse für den Garten brauchen kann.“

„Sie ist angeschlagen und Oma bekommt doch schon unser altes IKEA-Service. Die hier kommt in den Müll.“, erkämpfe ich mir mein Recht auf Schnick-Schnack-Erleichterung.

So geht das schon eine Weile. In der Kiste für den Müll ist kaum der Boden bedeckt, wogegen sich die Utensilien, welche eventuell noch einmal Verwendung in anderen Haushalten finden könnten, schier überquellen.

„Pah!“, tönt es plötzlich dumpf aus den Tiefen eines Küchenschrankes. „Was ist hiermit? Das kann doch weg, oder?“ Triumphierend hält mein Freund meinen Smoothie-Maker in die Höhe, welchen ich mir in kurzer Anwandlung einer Superfood-Ernähungsstrategie gekauft hatte. Drei Monate später habe ich festgestellt, dass mir Obst in seiner reinen, festen Form am besten schmeckt. Seitdem gammelt dieser Zerhäcksler zusammen mit Partyplastikgeschirr, verschiedenen Schnapsgläsern und einer Pompadour von Pseudo-Tupperware in den hinteren Ecken unseres Küchenmobilars.
Schon will ich ihm diesen aus der Hand nehmen und in die noch fast leere Kiste Müll stellen, als mein Freund sein wohlbekanntes Veto einlegt.

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Ist DANKE ein Arschloch?

„Ist DANKE ein Arschloch?“, frage ich mich, als ich mit meinem Hund halb auf dem Fußweg, halb in der Hecke stehend, erwachsene Fahrradfahrer auf dem Fußweg vorbeihuschen lasse. Kein freundliches Danke, kein Kopfnicken, keine Rücksicht. Ich blicke den in sportliches Nylon gewandeten Mittdreißigern hinterher und schüttele verständnislos den Kopf. Gerade wollen wir aus dem schützenden Gebüsch wieder hervortreten, als eine Menschengruppe als wegeinnehmende Blockbrigade mit Zwillingskinderwagen gemütlich an uns vorbeispaziert. Wir halten beide die Luft an, mein Hund und ich und machen uns so schmal wie möglich, damit keiner dieser Menschen ein Stück von seinem gesetzten Weg abkommen muss. Ich fange einen mürrischen Blick auf, als mein Hund ihnen ein anständiges BITTE hinterherbellt. Ein DANKE schenken wir uns beide. Vorsichtig strecken wir unsere Nasen nach links und rechts und treten dann befreit auf den Fußweg hinaus. Jetzt ist er unser. Leider nur bis zur nächsten Ecke. Dort angekommen rasen der Vater zuerst, dann Kind plus Kind und zuletzt die Mutter auf ihren Drahteseln auf einen Meter Entfernung an uns vorbei. Vorbei ist es auch mit der Contenance meines Hundes, der nun erschreckt aufjault und wütend in Richtung der Familie seinen Kommentar abgibt.

„Scheiß Töle!“, höre ich noch einen der Erwachsenen rufen.

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